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Himmel und Hölle

Leere in meinem Herzen, manchmal stärker, manchmal weniger aber immer spürbar. Das Neue und die Eindrücke Australiens ließen mich dieses Gefühl zeitweise vergessen. Tief ruhte es in meinem Innersten um dann um so stärker wieder hervorzubrechen.

Es war das Gefühl alleine zu sein. Alleine unter Millionen von Menschen, alleine unter Freunden, alleine in meiner Familie und vor allem alleine in den Nächten. Alle meine Träume begannen sich darum zu drehen. Ich verlor mich selbst in diesem Gefühl. Oft wachte ich nachts auf und konnte mich nicht entscheiden, ob ich lieber laut schreiend die Straße hinunter laufen oder lieber leise Tränen in mein Kopfkissen vergießen wollte.

Trotzdem ich in Australien mein Ego gefunden, aufgebaut und gestärkt hatte, ließ mich diese Leere alles Selbstvertrauen und alle Sicherheit über mich selbst vergessen.

Dieses Gefühl steigerte sich so weit, dass ich mich selbst beim Anblick sich küssender Paare auf der Kinoleinwand traurig abwendete.

Und dann, wie im Märchen traf ich sie. Durch einen Zufall lernten wir uns kennen und schon beim ersten Anblick prägte sich ihr Bild tief in meinem Herzen ein. Diese Augen waren fast unmenschlich schön, strahlenden Sternen gleich. Kein Wort brauchte sie zu sagen, alleine ihre Augen erzählten mir alle ihre Gedanken. Das erste Mal in meinem Leben fand ich keinerlei Worte mehr und alles was dennoch über meine Lippen kam schien mir unpassend. Beim ersten Lächeln fing mein Puls an zu rasen. Vor mir stand der Inbegriff meiner Träume, ein Traum aus Fleisch und Blut. Wie sie sich bewegte, die Art wie sie sprach und dachte und es immer wieder schaffte meine Gedanken zu lesen, ließen das Bild in meinem Herzen zur Vollkommenheit in Person werden.

Alle diese Empfindungen spielten sich in wenigen Sekunden ab jedoch hatte ich das Gefühl sie seit Jahren zu kennen. „Liebe auf den ersten Blick“ habe ich immer für ein Klischee gehalten, jetzt stand sie vor mir....

Unfähig etwas von dem zu sagen was ich empfand, unfähig etwas von dem zu tun was ich tun wollte, konnte ich sie nur noch beobachten. Keinen dieser Blicke, kein Wort, ja nicht einmal einen Augenschlag wollte ich verpassen.

Trotzdem ich keinerlei Ahnung hatte, was sie empfand, wer sie überhaupt war und ob es überhaupt eine Chance für das gab, was sich in meinem Herzen abspielte, war ich zweifelsohne der glücklichste Mann der Welt.

All diese Gefühle steigerten sich noch damit, dass ich mit ihr träumen und philosophieren konnte, dass sie das in Bildern sah, von dem ich glaubte es offenbare sich nur mir und dass sie mich wieder sehen wollte. Mein Glück kannte keine Grenzen, mein Verstand setzte hemmungslos aus und ich lief das erste Mal in meinem Leben über vor Gefühlen. Trotzdem ich nicht in der Lage war ihr zu sagen was ich für sie empfand, aus Angst etwas zu zerstören, schwebte ich in den Wolken.

 Erst die Worte: „Mach Dir keine falschen Hoffnungen!“ ließen mich abstürzen. Dieser Absturz war so gewaltig, dass ich mich außer Stande sah, um meinen Traum zu kämpfen. 

 Dann der Freund..., 

obwohl ich alles, einfach alles für sie getan hätte, fand sie jemand anderen. Mit der Hoffnung starb auch das Bild in meinem Herzen, welches schon einen großen Teil davon eingenommen hatte. Plötzlich hatte ich das Gefühl alles falsch gemacht zu haben. Es war einer dieser Zeitpunkte, an denen man am liebsten sterben möchte. 

Wir sind gute Freunde geworden, obwohl mein Puls stets zu rasen beginnt, wenn sie mir begegnet. Es ist eine Freundschaft von der ich nicht weiß, wie lange ich sie ertragen kann. Trotzdem sie mich leiden lässt, genieße ich jede Sekunde ihrer Anwesenheit und irgend wann werde ich sicher darüber hinwegkommen. Allerdings kann ich nicht leugnen, dass sie einer der Gründe war, die mich dazu verleiteten wieder nach Australien zu gehen. Ich werde sie immer lieben, ob als Freund oder mehr!

                                    .........langsam stellt sich die Leere wieder ein.


Keep your face to the sunshine and you will not see the shadows !