Rainmaker

Ich bin der Rainmaker und verheiße den Regen, der Leben schafft und erhält. Glücklich lebte ich in meinem Dorf wo jeder jeden kannte, ein ruhiges und beschauliches Leben. 

Doch die Leute wurden meiner überdrüssig und forderten ununterbrochen Sonnenschein, eine Ewigkeit ohne meine Wolken. Erst war es nur eine kleine Stimme, ein Geflüster in einer stillen Ecke, doch schon bald wurden diese Stimmen lauter bis hin zum Geschrei. Wut entbrannte, Hass wurde geschürt und sie, die ich einst kannte und mochte, jagten mich davon. Mein Haus, mein Garten, meine Träume und all die Dinge welche mir lieb und teuer waren hinter mir gelassen irrte ich durch die Welt, auf der Suche nach einem Platz wo niemand mich finden und ich meine Trauer in Ruhe vergessen und neu anfangen konnte.

Tief in den Wäldern fand ich den gesuchten Frieden und formte mein eigenes kleines Paradies. Ich erschuf den Wald des immerwährenden Regens. Palmen, Farne, grün wie die Augen meiner Mutter Ozean und nur durch die bunten Blüten meiner Pflanzenkinder unterbrochen, die sich in allen Farben des Regenbogens der Sonne entgegen reckten, deren Dauer ich bestimmte und die meinen Segen nur durch meinen Willen unterbrach.

Mein Reich der Regenwald.

Doch wenig später waren die Felder verdorrt, die Brunnen ausgetrocknet und Pflanzen und Tiere begannen zu verdursten. Da begann man wieder nach mir zu suchen. Als jedoch die ersten mein Paradies entdeckten, waren schon große Teile des Landes zu trockenen und unfruchtbaren Wüsten geworden.

So zogen sie näher zu meinem undurchdringlichen Schatz, stauten Flüsse und Bäche, schlugen meine Bäume und verbrannten meine Blumen, Ranken und Palmen um Platz für Weiden zu gewinnen. 

Mein Paradies schrumpft von Tag zu Tag und eines Tages werden sie mich finden, in dem was mal ein gewaltiger Wald des immerwährenden Regens und Lebens war. Sie werden mich wieder vertreiben und ich werde fliehen müssen, bis kein Platz zum verstecken mehr vorhanden und die Erde ein Wüstenplanet geworden ist. Es sei denn jemand besinnt sich darauf Leben zu erhalten und zu akzeptieren. Doch bis dahin wird noch einiges Wasser den Fluss hinunter fließen, solange meine Wolken ihn speisen. 

Wie der Lauf des Flusses so wird der Lauf des Lebens und der Zeit mit mir sterben......