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Du !
              (..geschrieben von meinem Schatz Tina)

Ich weiß, es gehört sich nicht, den Gedanken anderer seine eigenen zuzufügen, deshalb auch diese Sätze davor!

Ich sitze hier, während Du auf Arbeit bist ...

Ich langweile mich nicht.

Vorhin habe ich Deiner Ma beim Weihnachtsbaumabputzen geholfen und diesen dann mit Deinem Bruder aus dem Fenster geworfen (klingt ein bisschen komisch, also nur den Weihnachtsbaum). Jetzt sitze ich hier, denke an Dich und hoffe, Du bist mir nicht böse über meine Anmaßung, in Dein Buch zu schreiben. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis ich es überhaupt erst einmal gefunden hatte. Natürlich hätte ich auch ein neues Dokument speichern können, aber Du solltest meine Gedanken erst lesen, wenn Du das nächste mal an Deinen „Thought’s about Australia“ arbeitest. Also lies die nächsten Zeilen, Seiten ... (ich weiß noch nicht wie viel es werden wird) und mache dann damit, was Du gern möchtest - gleich löschen oder vorher ausdrucken und dann löschen, woanders speichern oder ? (mehr fällt mir im Moment nicht ein).

Dein "Vorgänger" ...

Zu sagen: „Er fehlt mir!“ wäre nicht richtig. 

Ich bin bei Dir. Ich mag Dich sehr. Liebe ich Dich? 

Ich weiß, es wäre zu zeitig von Liebe zu sprechen. Man sollte sich genau überlegen, wann und zu wem man diese drei Worte sagt. Es gibt nichts mehr höheres, nichts schöneres als die Liebe. Deshalb sollte man sie wohlüberlegt und nicht voreilig sagen. Deshalb halte ich sie zurück. Ich weiß, es ist der Anfang einer vielleicht tiefen und langen Liebe. Was soll ich zu Dir sagen, wenn sie einmal wirklich da ist. Dann wären die Worte „Ich liebe Dich!“ nichts mehr wert, sie wären verbraucht und ich könnte nicht mehr ausdrücken, wie viel tiefer meine Gefühle geworden sind.

Dein "Vorgänger"... ich glaubte ihn zu lieben. Habe ich nur den Umstand geliebt, endlich einen Menschen gefunden zu haben, der mir einen Teil meiner Sehnsüchte erfüllen kann? Ich saß ihm gegenüber und konnte ihm auf seine Frage, ob Du oder er, nicht antworten. Dabei war ich es, die ihm Hoffnung gemacht hat, dass es einen neuen Anfang geben könnte. Ich saß ihm gegenüber, wusste, wenn ich mich für Dich entscheide, sehe ich ihn vielleicht niemals wieder. Er würde seine Sachen aus meiner Wohnung abholen, gehen und niemals wiederkommen. Ich würde nie mehr mit ihm Spazieren gehen, ihn in meine Arme nehmen, in seine strahlenden grünen Augen sehen können. Ich hatte das Gefühl, ein Stück von mir selbst würde mir verloren gehen. Und doch hatte ich das Gefühl, wenn ich mich für ihn entscheide, gebe ich noch viel mehr auf. Ich hatte Luftschlösser gebaut, auf Sand gebaut. Ich hatte von einer gemeinsamen Zukunft mit ihm geträumt, einer Zukunft, die aber nie mit seinem Bild, so er jemals wage Vorstellungen geäußert hat, übereinstimmte. Dann habe ich Dich getroffen, mit Dir geträumt und sah in vielen Dingen meine eigenen Träume, die ich von mir und Deinem "Vorgänger" geträumt hatte wieder. Ich wusste schon bevor ich von der "Neuen" erfahren hatte nicht, wie ich mich entscheiden sollte. Dann sind jedoch alle die Träume, die bis dahin noch existierten zerfallen. Ein erbärmliches Häuflein Staub zu meinen Füßen. 

Ich habe IHM gegenüber gesessen und auf dieses Häuflein gesehen. Tief in meinem Innern habe ich gefühlt, dass es wohl nicht möglich wäre, die Luftschlösser wieder aufzubauen und ich wahrscheinlich auch nicht die Kraft hätte neue mit ihm zu träumen. Wie sollten sie aussehen? Wieso sollten wir nach dem was vorgefallen war, es nun schaffen, gemeinsam zu träumen. Vielleicht haben wir es am Anfang unserer Beziehung sogar gekonnt, aber es ist uns verlorengegangen. Wir leben in unterschiedlichen Traumwelten. Meine ist riesig, so groß, dass ich manchmal die Realität vor den Augen verliere. Und seine? Ich weiß es nicht.

Ich denke, jeder Mensch hat Träume. Er sicher auch. Aber warum hat er sie nicht mit mir geteilt?

„Ich liebe Dich“ sind große Worte. Ich denke aber, nach eineinhalb Jahren kann man wissen, ob man den Partner liebt, auch wenn man sich nur selten sieht. Er hat mir nie von sich aus gesagt, dass er mich sehr mag, noch viel weniger, dass er mich liebt. Dabei wusste er, wie sehr ich mir, vielleicht nicht unbedingt diese drei Worte, aber auch andere, aus seinem Mund gewünscht habe. Er konnte es nicht. Ich musste aus Kleinigkeiten, seinen Augen und Gesten lesen, dass er mich mag. Und ich habe wohl etwas zuviel darin gesehen.

Ich habe ihm gegenüber gesessen und wusste, ich kann mich nicht für ihn entscheiden, dazu habe ich zuviel mit Dir geträumt.

Jetzt bin ich bei Dir, fühle mich glücklich wie lange nicht mehr. Ich mag Dich und Deine Family. Er fehlt mir nicht! Was mir fehlt, was mir vielleicht noch eine ganze Weile weh tun wird, sind die Träume, die ich verloren habe. Es ist die Vergangenheit! Zu wissen, dass es viele Dinge gibt, die sich nie mehr wiederholen werden. Zu wissen und zu fühlen, dass die letzten eineinhalb Jahre meines Lebens ein abgeschlossenes Kapitel sind. Ein Kapitel, das nach meinen Vorstellungen ein ganzes Leben werden sollte. Sicher, alle haben mir gesagt ich solle mich nicht so darauf versteifen, dass es nur er sein kann, aber ich wollte es so sehen. Und es wird mir immer so gehen. Mit einem Mann, bei dem ich genau weiß, dass es keine Beziehung auf Dauer sein kann, würde ich keine anfangen. Irgendwo muss die Hoffnung sein, dass es kein Ende geben wird. Wenn es dann eines gibt, ist es sicher schmerzhaft, aber bis dahin habe ich Hoffnungen und Träume gehabt.

Bis ich Dich vor reichlich zwei Wochen wiedergesehen habe war meine Welt noch in Ordnung. Danach überstürzten sich die Ereignisse und brachten in meinen Gefühlen so ziemlich alles durcheinander. Ich wusste nicht mehr, wie es weitergehen sollte. Dass ich eine Arbeit habe, die in einer Woche wieder ganz normal weitergehen soll, dass es wieder einen Alltag geben würde, konnte ich mir nicht vorstellen. Ich bin zu Dir gekommen, ohne zu wissen, warum eigentlich, und doch mit dem Gefühl, dass Du der einzige bist, der mich wieder auf die Beine bringen kann. Hätte Dein "Vorgänger" sich nicht geweigert, mit in die Beskiden zu fahren, hätte ich Dich vielleicht nicht wiedergesehen. Ich dachte mir, dass es in deinem Herzen so aussieht, wie Du geschrieben hast. Wenn nicht, hätte ich mich in Dir vollkommen getäuscht. Nach allem, was Du erzählt hast und was ich von Dir gelesen habe, warst und bist Du ein Mensch, der sagt, was er denkt und der denkt, was er sagt. Du kannst bestenfalls schweigen, aber nicht lügen. Mit der Entscheidung von IHM, nicht in den Urlaub zu fahren, war die Chance zum Neuanfang eigentlich schon vorbei. Und da ich mich entschlossen hatte, hierher zu kommen, gibt es kein zurück mehr. Ich habe ihn gehen lassen! Zwar mit Tränen in den Augen, aber gehen lassen und bin zu Dir gekommen.

Für immer !!!

Ich werde ihn zwar wiedersehen und es wird mir auch wieder sehr weh tun ihn gehen zu lassen, aber es kann nun mal nur einen geben. Ich werde vielleicht sogar noch oft weinen, werde ihn vielleicht auch vermissen, wenn ich allein bin. Aber ich habe Dich, und Herz und Verstand sagen: „DU !“, während nur ein kleiner werdender Teil meines Herzens „er“ sagt. Hilf mir bitte, denn es wird noch eine schwere Zeit werden, aber ich will sie mit Dir teilen. Du bedeutest mir so viel! Vielleicht wird es Liebe?!

Tausend Dank, Dein Nimmersatt!


Keep your face to the sunshine and you will not see the shadows !